Kirche Bralitz

Kirche Bralitz

Wohl lag in allen der Wunsch nach einem eigenen Gotteshauses. Worte gegeben hatte wohl noch niemand diesem Wunsche. Aber wie das so kommt, ein springendes Wort löst oft ganze Gedanken aus und wird dann für die Folge von großer Bedeutung. Einer der Herren sagt plötzlich ganz unvermittelt: „Herr Schulinspektor, Bralitz müsste eigentlich eine eigene Kirche haben.“ – „Das kommt nimmermehr!“ war die Antwort.Ein anderer erwiderte: „Und wir kriegen doch eine!“ Nach kurzer Zeit kam schon vom Konsistorium die Genehmigung zum Bau unter gleichzeitiger Übernahme der Kosten auf dem Ämterkirchenfonds. Am Ausgang des Jahres 1888 kam die Botschaft, im Frühjahr kann der Bau beginnen.

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Es war am 5. Mai 1889, ein Sonntag hell und klar. Die Vertreter der Gemeinde, die Schule und viele Gemeindemitglieder ziehen feierlich zur Baustelle.  Der Pfarrer Feldhahn tauft sie auf die Namen: Glaube, Liebe, Hoffnung und nun ziehet, ziehet, hebt. Hinauf geht’s zum Glockenstuhl. Als alle im Lager sind, ertönt erst die eine, die kleine, dann folgt die andere und endlich die große.

Ein wundersamer Augenblick, ein wunderbares Geläut. Zum ersten Mal, so lange es steht, tönt Glockenklang über Bralitz, über seine Fluren hin zu den Nachbargemeinden, die staunend das Neue, Ungewohnte hören. Am Turm, auf den Straßen und vor den Türen stehen sie, die Gemeindemitglieder, Tränen im Auge.

Und in armseliger Hütte liegt ein alter Junggeselle Ferdinand Bahnemann. Man sagt ihm, die Glocken sind angekommen. Die möchte ich noch hören, spricht er zu den Seinen. Und er hört sie. Sein Gesicht strahlt.